Predictive Resolution

experiment.
2011 • Skript.
Predictive Resolution.

Man nehme eine grosse, fast runde, rotierende Kugel von rund 13 000 Kilometern Durchmesser, umgebe sie mit einer trüben, zähflüssigen Atmosphäre aus Gasen, vermischt mit Wasserdampf, kippe ihre Achse so, dass sie gegenüber einer Wärme- und Lichtquelle hin und her schwankt, friere sie an beiden Enden ein und brate sie in der Mitte, und bedecke den Grossteil ihrer Oberfläche mit Flüssigkeit, die ständig Dampf in die Atmosphäre nachliefert, während die Kugel im Rhythmus des Zugs eines gefangenen Satelliten und der Sonne Milliarden Liter auf und ab schleudert.

Nun versuche man, den Zustand dieser Atmosphäre über einem kleinen Gebiet in einem Umkreis von 8 Kilometern (5 Meilen) für einen Zeitraum von ein bis fünf Tagen im Voraus vorherzusagen.

Das ist die Misere der modernen Meteorologie. Wir sind zwar tatsächlich weit gekommen, doch ein verbreiteter Einwand lautet, dass alles, was über 36 Stunden hinaus vorhergesagt wird, schnell an Aussagekraft verliert. Während der Kunsthochschule habe ich ein Skript geschrieben, das die atmosphärischen Vorhersageprodukte über einen bestimmten Zeitraum herunterlädt, und habe dann gegenübergestellt, was tatsächlich geschah und was vorhergesagt worden war.